Rillenkugellager

Es ist das meistverkaufte Lager der Welt: Das Rillenkugellager überzeugt durch einfachen Aufbau, geringe Reibung und Eignung für hohe Drehzahlen. Es ist der perfekte Allrounder für Radiallasten und moderate Axialkräfte – vom Elektromotor bis zum Getriebe.

Rillenkugellager: Technik, Varianten und Auswahl

Warum dieser Klassiker in fast keiner Maschine fehlt

In seiner heutigen Form existiert das Rillenkugellager seit rund 150 Jahren. Es ist der Inbegriff des Wälzlagers (Kennziffer 6). Das Geheimnis seines Erfolgs liegt in der Punktberührung der Kugeln. Im Gegensatz zu Rollenlagern entsteht hier nur eine minimale Reibungsfläche.

  • Das Ergebnis: Geringe Wärmeentwicklung, niedriger Geräuschpegel und Eignung für sehr hohe Drehzahlen.
  • Die Last: Durch die tiefen Laufrillen haben die Kugeln eine exzellente Schmiegung. Das Lager kann daher primär radiale Kräfte, aber auch axiale Lasten (in beide Richtungen) aufnehmen.

Sie suchen Lager für reine Axialkräfte? Wenn Kräfte ausschließlich längs der Welle wirken, sind klassische Rillenkugellager nicht die optimale Wahl. Hierfür führen wir eine spezialisierte Kategorie: Axial-Rillenkugellager.

Unsere Bauformen im Detail

Damit Sie für jede Anwendung das richtige Lager finden, bieten wir eine breite Palette an Varianten:

  1. Einreihige Rillenkugellager – Der Standard nach DIN 625-1.
    • Offen: Für Anwendungen im Ölbad oder mit externer Schmierung.
    • Abgedichtet (2Z / 2RS): Mit metallischen Deckscheiben (2Z) für Staubschutz oder berührenden Dichtscheiben (2RS) für Schutz vor Feuchtigkeit. Diese Lager sind oft lebensdauergeschmiert.
    • Mit Ringnut (N): Zur einfachen axialen Fixierung im Gehäuse mittels Sprengring.
  2. Zweireihige Rillenkugellager – Wenn die Tragkraft eines einreihigen Lagers nicht reicht, aber der Platz für ein Rollenlager fehlt.
    • Unterschied: Sie sind nur wenig breiter als einreihige Lager (Reihe 42, 43), aber deutlich höher belastbar.
    • Ausführung: Ausschließlich offen erhältlich. SKF stattet diese Lager mit glasfaserverstärkten Polyamid-Käfigen (TN9) aus.
  3. Lager mit Einfüllnuten – Diese Spezialisten haben eine Einfüllnut an der Seite, durch die mehr Kugeln in das Lager "eingefüllt" werden können als normal.
    • Vorteil: Höhere radiale Tragkraft als Standardlager.
    • Nachteil: Geringere axiale Tragkraft und niedrigere Drehzahlen.
  4. Flansch-Kugellager – Ideal für vereinfachte Gehäusebohrungen, in denen das Lager axial festgelegt werden soll. Der Flansch am Außenring macht zusätzliche Sicherungsringe überflüssig.

Materialkunde: Stahl, Edelstahl oder Keramik?

Nicht nur die Form, auch das Material entscheidet über den Einsatzzweck.

  • Wälzlagerstahl (Standard): Verschleißfest, magnetisch, extrem belastbar. Die wirtschaftlichste Wahl für 90% aller Anwendungen.
  • Nichtrostender Stahl (Edelstahl): Korrosionsbeständig gegen Feuchtigkeit und viele Medien. Ideal für Lebensmittelindustrie oder Outdoor-Einsatz. Hinweis: Sie haben eine etwas geringere Tragfähigkeit als Wälzlagerstahl.
  • Hybridlager (Keramikkugeln): Ringe aus Stahl, Kugeln aus Keramik. Vorteil: Leichter, härter, stromisolierend (wichtig bei Frequenzumrichtern!) und für noch höhere Drehzahlen geeignet.
  • Vollkeramik: Für extreme Umgebungen. Korrosionsfest, unmagnetisch, temperaturbeständig und trockenlauffähig.

Abdichtung: Damit das Fett drin bleibt

Wichtig für die Lebensdauer ist der Schutz des Lagers. Bei abgedichteten Lagern verfügt der Innenring oft über eine V-förmige Nut.

  • Deckscheiben (2Z): Berührungsfrei. Gut für hohe Drehzahlen, hält groben Schmutz ab.
  • Dichtscheiben (2RS): Berührend. Bester Schutz gegen Feuchtigkeit, begrenzt aber die maximale Drehzahl durch Reibungswärme.

Der beim Rotieren entstehende Zentrifugaleffekt an der V-Nut hilft zusätzlich, Schmutz außen zu halten, während das Schmierfett nach innen gefördert wird.

Zubehör und Service

Sie benötigen Wellendichtringe für offene Lager oder spezielles Fett für hohe Temperaturen? Schauen Sie in unsere Kategorien Dichtung und Schmierfett. Sind Sie unsicher, ob Sie ein Wälzlager oder doch ein Gleitlager benötigen? Hier geht es zurück zum Wälzlagerkatalog.

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