Vierpunktlager stellen eine hocheffiziente Konstruktionslösung zur Aufnahme hoher bidirektionaler Axiallasten bei gleichzeitig minimalem Bauraumbedarf dar. Durch ihre spezielle Geometrie kombinieren sie die Funktionalität zweier gepaarter Schrägkugellager in einer kompakten Baueinheit und optimieren so die Präzision sowie die Wirtschaftlichkeit anspruchsvoller Getriebe- und Kompressorkonstruktionen.
Stellen Sie sich vor, Sie benötigen ein Lager, das hohe Axialbelastungen in beide Richtungen aufnimmt, die Welle extrem präzise führt, aber nur den Platz eines einzigen Lagers beansprucht. Das klingt nach einem Widerspruch? Nicht mit Vierpunktlagern.
Diese Spezialisten sind im Grunde einreihige Schrägkugellager mit einem entscheidenden Twist: Ihre Laufbahnen sind als "gotischer Bogen" (Spitzbogen) geformt. Das ermöglicht es ihnen, die Funktion von zwei gepaarten Schrägkugellagern zu übernehmen – bei 50% Platzersparnis.
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Das Geheimnis liegt im Detail. Ein Vierpunktlager besteht aus:
Warum der geteilte Innenring? Diese Konstruktion erlaubt es, eine maximale Anzahl an Kugeln unterzubringen, da die Schultern nicht (wie bei normalen Lagern) überwunden werden müssen. Das resultiert in einer extrem hohen Tragfähigkeit. Der Berührungswinkel von standardmäßig 35° sorgt für eine optimale Aufnahme von Axialkräften.
Warum sollten Sie auf ein Vierpunktlager statt auf zwei gepaarte Schrägkugellager setzen?
Wichtig zu wissen: Damit das Lager einwandfrei funktioniert, muss die Axiallast dominieren (Verhältnis Fa/Fr > 1,27). Bei reiner Radiallast hätte die Kugel vier Berührungspunkte, was zu hoher Reibung führt. In der Praxis (unter Axiallast) berührt die Kugel jedoch nur zwei Punkte diagonal – daher der Name, aber die hohe Effizienz.
Vierpunktlager werden häufig in Kombination mit einem reinen Radiallager (z.B. Zylinderrollenlager) eingesetzt. Hierbei übernimmt das Vierpunktlager nur die Axialkraft. Damit dies funktioniert, muss der Außenring des Vierpunktlagers im Gehäuse radial freigestellt sein (Spalt von 1–2 mm). Um ein Mitdrehen zu verhindern, besitzen die Außenringe zwei Haltenuten (N2), die mit einem Stift im Gehäuse fixiert werden können.
Achtung bei der Montage: Die Innenringe sind nicht selbsthaltend (sie würden herausfallen). Ein Kunststoffeinsatz sichert das Lager beim Transport. Da die Montage der geteilten Ringe und des Gehäuses Sorgfalt erfordert, denken Sie an Ihre Sicherheit und passende Arbeitsschutzkleidung.
Wo werden diese Hochleistungslager verbaut?
Damit Ihr Lager lange hält, ist der Schutz vor Schmutz entscheidend. Passende Wellendichtringe finden Sie in unserer Kategorie Dichtungen. Haben Sie Fragen zur Auslegung, zum radialen Spiel im Gehäuse oder benötigen Sie Sonderlösungen (z.B. beschichtete Lager)? Unser technischer Support steht Ihnen unter Service und Kontakt gerne zur Verfügung.
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