Gehäuselagereinheiten

Unsere Gehäuselagereinheiten kombinieren ein robustes Gehäuse mit einem passenden Lagereinsatz – fertig vormontiert und direkt einsatzbereit. Ob Sie eine Welle mit einem Stehlager fixieren oder eine Führung anflanschen müssen: Wir bieten Ihnen die passende Einheit.

Montagefertig, robust und fehlertolerant

Eine Welle zu lagern, erfordert normalerweise drei Dinge: Ein Lager, ein Gehäuse und eine Dichtung. Gehäuselagereinheiten vereinen all dies in einem einzigen, montagefertigen Bauteil. Das spart nicht nur Konstruktionsaufwand, sondern macht auch die Montage vor Ort extrem einfach.

Wir führen ein breites Sortiment an Bauformen der Premium-Marke SKF sowie wirtschaftliche und robuste Lösungen von JIB. Das Besondere an diesen Einheiten ist ihre Fehlertoleranz: Durch die sphärische (kugelige) Mantelfläche des Lagereinsatzes und die hohlkugelige Gehäusebohrung können sie statische Fluchtungsfehler der Welle zwanglos ausgleichen. Das verhindert Verspannungen schon beim Einbau.

Unsere Bauformen: Für jede Einbausituation

Je nachdem, wie die Welle zur Befestigungsfläche steht, wählen Sie die passende Form:

1. Stehlagereinheiten (Die Aufrechten)
Der Klassiker. Das Gehäuse wird auf einer Fläche verschraubt, die parallel zur Welle verläuft.

  • Bauform P / SSP (Langer Fuß): Extrem robust, Befestigung durch zwei Schrauben (Langlöcher zum Ausrichten). Ideal für Lüfter oder Förderbänder.
  • Bauform PA / PW (Kurzer Fuß): Für beengte Platzverhältnisse. Die Verschraubung erfolgt platzsparend von unten direkt in den Gehäusefuß (Sackloch-Gewinde).

2. Flanschlagereinheiten (Die Seitlichen)
Hier verläuft die Anschraubfläche senkrecht zur Welle. Ideal für Maschinenwände.

  • 4-Loch (F / FPL): Quadratisch oder rund. Die stabilste Befestigung für hohe Lasten.
  • 2-Loch (FL / PFL): Ovale Form (Raute). Perfekt, wenn der Platz seitlich begrenzt ist.
  • 3-Loch (PF / PFT): Runde oder dreieckige Blechgehäuse für leichte Anwendungen.

3. Spanngehäuseeinheiten (Die Beweglichen)
Diese Einheiten (Bauform T) besitzen Nuten an den Seiten, um in Führungsschienen montiert zu werden.

  • Einsatz: Überall dort, wo Wellen verschoben werden müssen, z.B. zum Spannen von Förderbändern.

Materialkunde: Von Guss bis Edelstahl

Die Umgebung entscheidet über das Material:

  • Grauguss (Standard): Äußerst kostengünstig, lackierbar und sehr belastbar. Einsatzbereich -10 bis +120 °C.
  • Stahlblech: Leichte Gehäuse für einfache Anwendungen, oft verzinkt.
  • Edelstahl & Kunststoff: Für die Lebensmittelindustrie oder korrosive Umgebungen.
    • Edelstahl: Hygienisch, hoch belastbar, bis +120 °C.
    • Kunststoff (Thermoplast): Leicht, korrosionsfest, dämpfend und oft mit Lebensmittelfett (H1) geschmiert.

Das Innenleben: Geteilt oder Ungeteilt?

Wir unterscheiden zwei grundlegende Konstruktionsprinzipien:

A. Ungeteilte Gehäuse (Spannlagereinheiten)
Hier wird ein sogenanntes Spannlager (Y-Lager) in das Gehäuse eingesetzt. Diese Lager basieren auf Rillenkugellagern, haben aber einen verbreiterten Innenring zur einfachen Befestigung auf der Welle.

  • Befestigung: Mittels Gewindestiften (Madenschrauben), Exzenterring oder Spannhülse.
  • Wartung: Meist über Schmiernippel nachschmierbar.

B. Geteilte Stehlagergehäuse (SNL / SNV)
Diese Gehäuse (meist für Pendelrollenlager) haben ein abnehmbares Oberteil ("Deckel").

  • Vorteil: Enorm erleichterter Einbau und Wartung bei großen Wellen.
  • Flexibilität: Sie können verschiedene Dichtungssysteme (Filz, Zweilippen, Labyrinth, V-Ring) und Lagerarten (Pendelkugel-, Tonnen-, Pendelrollenlager) kombinieren.

Montage und Zubehör

Damit Ihre Einheit lange hält, bieten wir das passendes Zubehör:

  • Abschlussdeckel: Schützen das Wellenende und verhindern Unfälle an rotierenden Teilen.
  • Dichtungen: Bei geteilten Gehäusen können Sie die Dichtung (z.B. TG, TSN) separat wählen. Finden Sie diese in unserer Kategorie Dichtungen.
  • Festringe: Um ein Lager im geteilten Gehäuse axial zu fixieren (Festlager), werden Festringe eingelegt.

Tipp zur Montage: Nutzen Sie für die Befestigung der Spannlager auf der Welle das richtige Werkzeuge (z.B. Innensechskantschlüssel mit Drehmoment), um die Madenschrauben sicher, aber nicht zu fest anzuziehen. Ein zu hohes Anzugsmoment kann den Innenring verformen.

Sie suchen doch eine einzelne Lagerkomponente ohne Gehäuse? Hier geht es zurück zur Gesamtübersicht unserer Wälzlager.